Sterlet im Gartenteich: Der kleine Stör für große Gewässer

Der Sterlet ist ein lebendes Fossil – eine urzeitliche Störart, die selbst in deinem Teich ein Zuhause finden kann. Mit seinem stromlinienförmigen Körper und den markanten Barteln bringt er Exotik in deinen Garten. Doch Vorsicht: Diese sensiblen Riesen brauchen viel Platz und Expertise! Hier erfährst du, ob der Sterlet der richtige Fisch für dich ist.

Vorteile eines Sterlets im Teich

  • Einzigartige Optik: Urzeitliches Aussehen mit Knochenplatten und langem Schwanz.
  • Nützlicher Resteverwerter: Frisst Futterreste und hält den Teichboden sauber.
  • Langlebig: Bis zu 25 Jahre bei optimaler Haltung.
  • Friedlich: Keine Konkurrenz für andere große Friedfische.

Nachteile & Herausforderungen

  • Platzbedarf: Benötigt riesige Teiche (ab 20.000 Liter).
  • Empfindlichkeit: Extrem anfällig für schlechte Wasserwerte und Sauerstoffmangel.
  • Kosten: Teure Anschaffung, Technik und Fütterung.
  • Genehmigungspflicht: In einigen Bundesländern ist die Haltung meldepflichtig!

Besonderheit: Der Sterlet ist kein „Haus-Stör“

Anders als große Störarten bleibt der Sterlet mit bis zu 1,2 m Länge vergleichsweise klein – doch selbst das verlangt riesige Teiche und Profi-Ausstattung.

Haltung: So fühlt sich dein Sterlet wohl

1. Teichgröße & Tiefe

  • Mindestgröße: 20.000 Liter für einen ausgewachsenen Sterlet.
  • Tiefe: Mindestens 1,5 Meter (frostsicher im Winter).

2. Wasserqualität

  • pH-Wert: 7–8,5 (neutral bis leicht basisch).
  • Sauerstoff: Hochleistungspumpen und Oxidatoren sind Pflicht!
  • Filterung: Mehrstufige Filtersysteme (mechanisch + biologisch).

3. Struktur & Sicherheit

  • Sandiger Boden: Schützt die empfindlichen Barteln beim Gründeln.
  • Keine scharfen Kanten: Verletzungsgefahr durch Steine oder Dekoration!
  • Schatten: Schwimmende Pflanzen oder Sonnensegel gegen Hitze.

Pflege-Tipps für gesunde Sterlets

1. Fütterung

  • Futter: Spezielles Stör-Sinkfutter mit hohem Proteingehalt (40–50%).
  • Menge: 2–3x täglich kleine Portionen – Sterlets finden Futter nicht schnell genug!
  • Winter: Unter 10°C nicht füttern (Stoffwechsel ruht).

2. Wasserqualität prüfen

  • Täglich: Sauerstoffgehalt kontrollieren.
  • Wöchentlich: Ammoniak, Nitrit und pH-Wert testen.
  • Monatlich: Filter reinigen und Schlamm absaugen.

3. Gesundheitscheck

  • Verhalten: Apathie oder Scheuern deutet auf Parasiten hin.
  • Körper: Weiße Flecken oder abgebrochene Barteln sind Alarmzeichen!

Vergesellschaftung: Welche Fische passen zum Sterlet?

  • Gut kombinierbar: Friedliche Großfische wie Graskarpfen oder Störe.
  • Nicht geeignet: Kleine Fische (werden ignoriert) oder aggressive Arten.

Kosten: Was kostet die Haltung von Sterlets?

PostenKosten
Sterlet (pro Stück)150–500 €
Filteranlage2.000–5.000 €
Futter (pro Jahr)300–600 €
GesamtAb 5.000 €

FAQs: Häufige Fragen zu Sterlets

Brauche ich eine Genehmigung für Sterlets?

In einigen Bundesländern (z. B. Bayern) ja – informiere dich bei der Unteren Fischereibehörde!

Kann ich Sterlets mit Kois halten?

Ja, aber nur in sehr großen Teichen. Kois sind oft schneller beim Futter.

Wie erkenne ich, ob mein Sterlet gesund ist?

Aktives Schwimmverhalten, glatte Haut und gleichmäßiges Fressen sind gute Zeichen.

Warum schwimmt mein Sterlet an die Oberfläche?

Sauerstoffmangel oder Ammoniakvergiftung – sofort Wasserwerte prüfen!

Inspiration: So gestaltest du einen Sterlet-Teich

  • Beispiel 1: Naturteich mit Bachlauf, Tiefwasserzone und Sandboden.
  • Beispiel 2: Modernes Betonbecken mit Fenster für Unterwassereinblicke.